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schatten

2003


Gute Schweine schlechte Schweine

 

Bergsträsser Anzeiger, 18.10.2003
Sozial unverträglich und politisch suspekt
Saukomiseh und rattenscharf: Kabarettit feiert gelungene Premiere
Dass sich Jürgen Müller live fast die Zunge durchbeißt, ist überhaupt nicht zu bedauern. Selber schuld, wenn die frischen Kabarettitbonbons so scharf gefüllt sind. Selber schuld, wenn die neuen Gags nicht dröge  vorgelutscht geliefert werden. Selber schuld, wenn man seine parodistischen Neigungen derart schamlos vorm gierigen Zuschauervolk auslebt. Selber schuld.(...)
Und "Gute Schweine - Schlechte Schweine" ist mehr als der gelungene Versuch, die gallseifig schmierigen Fernsehopern kabarettistisch zu verwursten: eine saukomische Nummernrevue mit gelegentlichen Ferkeleien, ein vergnügliches Suhlen im Dreck sozialer und  politischer Schweinereien und der endgültige Beweis dafür, dass zeitgemäßes Kabarett nicht immer und um jeden Preis "bissig" zu sein hat.(..)
"Wir versprechen alles und halten nix", rollte Co-Regisseur und keineswegs versteinertes Kabarettfossil Dieter Wesemann das Motto aus. Nicht ganz richtig für Kabarettit, das aufgrund blitzschneller Reaktionszeiten auch aktuellste Vorfälle genüsslich  hinunterschlingt. Der Persönlichkeitskurs für Hans Eichel ist so ein Festmahl: Da wird der farblose rhetorische Weichspüler zum harten Klartexter im Völler-Stil erzogen, der seine Genossen zum Geldausgeben nötigt.  Der hessische Chef-Koch Roland brüht lieber an Bioleks Herd "die armen Würstchen ab", bis es in der Küche nach Neuverschuldung stinkt.(..)
Die Topform dominierte im gesamten Ensemble: neben Wesemann  sind dies Hans Frick, Ulrike Mannel, Renate Kolloch und Jördis Jung. Ob sich Jürgen Müller mit drogistischen Selbstversuchen oder meditativen Liegestützen gedopt hat, wusste am Premierenabend keiner. Der  KabarettitMastermind sprang das Publikum an wie eine unangeleinte Kampfqualle und spielte sich in einen wahren Bühnenrausch, der in einer weiteren Episode seines Hoffentlich-Nicht-Alter-Egos "Wilhelm"  ihren Höhepunkt fand. Der dialektale König des Plusquamperfekts mit Jogginghosenbund-Dekolletee berichtete diesmal von der Suche nach erotischen Stimulanzien, dass dem Publikum die Tränen in die Augen schossen.(..)  Kabarettit bleiben nicht in endlosen Verklausulierungen stecken und bieten kurzweilige Unterhaltung, sozial unverträglich und politisch suspekt. Und mit einem parodistischen Talent, das Vergnügen macht: Dieter Wesemann als George W. Bush klingt zwar irgendwie nach Howard Carpendale und Hans Frick alias Jacques Chirac erinnert schwer an einen Rokoko-Homo - doch es ist gerade das unbemüht Unpräzise, das Kabarettits  Frechheiten so lecker macht. Da machen auch Renate Kolloch und die junge Jördis Jung keine Ausnahme. Nicht zu vergessen der hervorragende Günter Hornung am Piano. Sie müssten "auf die Quote schielen", klagte Dieter Wesemann zu Beginn. "Gute Schweine - Schlechte Schweine" legte einen bemerkenswerten Auftakt hin und wird fraglos eine Erfolgsserie werden.(..)

Darmstädter Echo, Feuiletton, 18.10.2003
Die Reichen noch reicher
Kleinkunst - Premiere des Kabarettit-Theaters mit  "Gute Schweine Schlechte Schweine" VON NINETTE KRÜGER
(...)Vor allem Politik, Industrie und  schlechte Fernsehsendungen lassen die sechs Kabarettisten im neuen Programm Gute Schweine - Schlechte Schweine" nicht ungescholten davonkommen.(..)
Kabarettit macht sich auch ironisch Gedanken darüber, wie  die Reichen noch reicher werden und der Staat noch mehr entlastet werden kann: Vor allem in der Vermeidung der Ausbildung sehen wir zukünftige Wachstumschancen für die Industrie. Und die neue Organisation Pro Exitus  lenkt die aus den Fugen geratenen sozialen Strukturen wieder in geordnete Bahnen. Heute gibt es ja leider keinen Weltkrieg mehr, in denen für Deutschland gestorben werden kann. Deshalb sterben Sie schon heute für Deutschland.(..)
(...) und alle verkünden: Geiz ist geil" Und: "Wann wird der Aufschwung starten? Wir müssen warten, warten, warten.

www.marktplatz-bergstrasse.de, Internet-Zeitung vom 18.10.2003
Gut, dass es Politiker gibt
Premiere im KaberetTiT: Programm "Gute Schweine - Schlechte Schweine" begeistert Publikum - Frechheiten und Spitzen kombiniert mit einem Schuss Comedy machen beste Laune - Von Reiner Ofenloch
Bensheim/Lautertal. Eines vorab: Auch die sechste Spielzeit von KabaretTiT ist eine Wucht. Das  spitzfindige, freche und hie und da ganz schön bösartige Programm „Gute Schweine - Schlechte Schweine feierte eine klasse Premiere - der Applaus des begeisterten Publikums im ausverkauften Saal des Gasthauses „Zur Traube wollte partout nicht enden. Die Komposition aus scharfzüngigem politischen Kabarett mit einer großen Portion schwarzen Humor und einem kräftigen Schuss Comedy macht  Laune.(..) Dass auch das Ensemble um  den Protagonisten Jürgen Müller seinen Spaß an der Freud' hat, ist förmlich spürbar.

 

 

 

 

 

 

 

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Renate Kolloch, Ulrike Mannel und Jördis Jung in “Geiz ist Geil”

 

Tja, die Familie: Hans Frick als Papa ist arbeitslos. “Das muss gefeiert werden...!!!

 

Tja, die Familie: Hans Frick als Papa ist arbeitslos. “Das muss gefeiert werden...!!!

 

Dieter Wesemann und Renate Kolloch in “Der Zwangskonsum-Rentner”

 

“Weine nicht, wenn der Koch dich quält, damm- damm, damm-damm, Du hast ihn ja auch gewählt, dumm-dumm, dumm-dumm”....