head_logo

 

schatten

2004


Schweinedämmerung

 

Walkürenritt durch politische Drecklöcher
Zornig-zotige „Schweinedämmerung" bei KabaretTIT / Die Klassiker feiern sich selbst
Reichenbach. KabaretTIT lügt. Von wegen „Enthaltsamkeit" und der gesungenen Bereitschaft zu selbiger. Das neue Programm „Schweinedämmerung" ist ein theatralischer Bühnenbrand mit südlichen Sauereien statt nordischer Mythologie.
Auch Untergehen tut hier keiner, eher verwegen eintauchen in die politischen Pfützen und sozialen Drecklöcher der Gegenwart KabaretTITs siebter Streich ist ein  intellektuell-zotiger Querschlager mit leicht veränderter Duftnote: Die Handschrift des neuen Regisseurs Uwe von Grumbkow ist zwar deutlich zu entziffern - doch auch 2004 beweist das eingespielte Bühnen-Quintett,  dass echte Klassiker zum ewigen Leben verdammt sind.
Die Premiere am Donnerstag wagte frische Perspektiven und ließ KabaretTIT ein wenig entspannter, gleichsam schneidiger erscheinen. Das Experimentieren mit wechselnden Gesichtern hat ein Ende, man verlässt sich auf das bewährte Fundament der Truppe. Das gelingt meist tadellos, man verirrt sich selten im bemüht Komödiantischen, was aber von den Höhepunkten des Programms  schnell vergessen gemacht wird.
Kurz: Grumbkow hat KabaretTIT weder zerstört noch gepusht, sondern lediglich für eine andere Windrichtung gesorgt. Vorweg: Die Klassiker des Ensembles haben jeden versöhnt, dem die  erste Hälfte ein wenig zu holprig war. Und bei einer derartigen Glanzleistung sollte Jürgen Müller aufpassen, dass ihm sein „Wilhelm" nicht in die Schizophrenie treibt.
Sprechende Jogginghose
Der ungekrönte König des Plusquamperfekts dialektet sich diesmal durch die Welt der Fitness und berichtet von den Erlebnissen in seiner Nordic-Walking Staffel. Ohne Schnee, aber mit  Khmazonen-Komplett-Ausstattung walkt die sprechende Jogginghose über die Bretter in der Reichenbacher „Traube", dass es das Publikum beinahe vor Lachen zerreißt. Müller schafft es, seine Figur so zu überdrehen,  dass hinten wieder eine durchaus vorkommende Spezies der unheimlichen Art herauskommt.
Gleiches gilt für Ulrike Mannel alias Gaby Geishecker. Die hessisch babbelnde Zweitfrisur im Tigerfell schwadroniert über  Freundin „Ridda" und deren Sohn „de Kevin-Massell", der zwischen Kreativitätsblockade und Hochbegabtenförderung steckengeblieben scheint. Manne läuft zur Hochform auf und zieht ihre One Woman-Show in einem  Rutsch und absolut bravourös durch.Allein die beiden KabaretTIT-Klassiker lohnen den Besuch der „Schweinedämmerung" im wunderschönen Saal der „Traube". Wie immer lässt sich das Ensemble über den Ozean der  Widrigkeiten treiben Kommentare werden entweder süßsauer herausgekotzt oder in rhetorisches Seidenpapier gewickelt. Ein Seminar in „sozialer Demenz-Kompetenz" etwa lehrt den Zuschauer, wie erfolgreich es sich mit menschlicher Kälte und sozialem Autismus durchs Leben wackeln lässt.
Einen scharfen Tipp hat KabaretTIT für alle, die sich wegen einer kleinen Operation nicht verunsichern lassen wollen und der Schnitt nebenbei im Kaufhaus erledigen möchten. Schon ab acht  Euro klafft die Haut und statt kompliziertem Ultraschall kreischt Herr Doktor mal eben in die gewünschte Körperöffnung hinein. Kabaret-TIT wetzt das Messer.
Die Themen: Generationenkonflikt und die bundesweite Spardosenmentalität. Vorgeführt werden 59-jährige Stubenhocker und deren liebevolle Erzieher, ein diebischer Finanzminister und sein dankbarer Chef: Das Gesundheitswesen wird der Chemieindustrie übereignet und der Verkehr dem ADAC und Schröders Job nach Tschechien verdealt.
Angriffslustig und bissig
KabaretTIT präsentiert sich angriffslustig bis bissig und gelegentlich zerfleischend. Die Rollen sind klar und bedacht verteilt:  Dieter Wesemann ist der intellektuelle Querdenker und ein kabarettistisches Urgestein mit rhetorischem Prädikat, Müller der wieselflinke Derwisch mit Allrounderqualitäten. Ulrike Mannel und Jutta Benz das feminine  Doppel des Teams mit schauspielerischen Glanzleistungen, besonders beim operativen Beauty-Check. Und Hans Frick, der kann eigentlich alles - und das macht er auch.
Die Texte stammen wie immer von allen Ensemblemitgliedern sowie den Autorinnen und Autorren Wolfgang Schweda, Beatrix Mannel und Julia Richter. Am Piano wirken Günter und Ludwig Hornung.
Neuigkeiten in der Entwickung der deutschen Parteienlandschaft und eine politische „Schweinedämmerung", in der die Koalitionskonkubine" Merkel um den Ringbesitzer  „Wahnfried" herumscharwenzelt und Besuch aus Wolfratshausen bekommt
Den ganzen Mist geschluckt
Die Wagnersche Walkürenwelt wird ]edenfalls schwer beschädigt, und zurück bleibt Gewissheit, dass KabaretTIT seinen Rüssel gern und tief in aktuelle Troge steckt und den ganzen Mist genüsslich herunterschluckt Von „Enthaltsamkeit" keine Spur. Schweine fressen halt aus Gewohnheit saumäßig viel.
 Bergsträßer Anzeiger/ Südhessen Morgen vom 23.10.2004, BE S. 14
Polit-Kabarett im Schweinsgalopp
VON GABRIELE BÄRENZ REICHENBACH.
Wo der „Krankheits-Reparatur-Schnelldienst" Heilung zum Billigtarif verspricht, Erziehungsberatungen für die Eltern 59jähriger Studenten angeboten werden und in der „Hartz-Blatt"-Show Arbeitslosengeld verschenkt wird, da erblickt der nichtsahnende Zuschauer am fernen Horizont die Schweinedämmerung. Die Komödianten  von „Kabarettit" jagen den Zuschauer im Schweinsgalopp durch einen mehrstündigen Rundumschlag gegen Wohlstandsbürger, wechselwählende Wackelkandidaten und wurstfreien Waldorfsalat.
Kein Zweifel: mit der Premiere ihres neuen Stücks „Schweinedämmerung" am Donnerstag im Reichenbacher Gasthaus „Zur Traube" ist das Quintett um Produktionsleiter Jürgen Müller gut in der siebten Spielzeit angekommen. An Konzeption und Spritzigkeit haben die Spaßmacher von der Neuen Bühne Bensheim nichts eingebüßt, personelle Umstellungen sind  spurlos über die Bühne gegangen: mit  Regisseur Uwe von Grumbkow hat die politische Kabarettgruppe den richtigen Mann ins Boot geholt. Der Regisseur weiß, was in seiner Truppe steckt: da gibt  Dieter  Wesemann den lässigen Hip-Hopper, beherrscht sogar den Sprech-gesang, Vollblut-Kabarettistin Ulrike Mannel brilliert in ihrer Rolle als Gabi Geishäcker", der simpel gestrickten Klatschtante, und Jürgen Müller gibt den südhessischen Einfaltspinsel, der dem Publikum in bester Mundart einen Intensivkurs über den neuen Trendsport, das „Norddisch Walking" bietet.
Von diesem Ensemble bekommt jeder sein Fett weg. Schweinisch gut in der Einzelleistung, saustark im Ensemble: wenn Müller, Wesemann und Mannel gemeinsam mit Jutta Benz und Hans Frick auf der Bühne stehen, dann bekommt jeder sein Fett weg. Dem guten altenWagner werden die Figuren Wahnfried, Mediagunde und Globalhardt hinzugedichtet, die moralische Dimension des Kampfes um die politische Macht auf eine einfache Formel gebracht: „Ein Schwein wie's andere". Wäre ein fingierter Krieg gegen Polen, in dem jene die neuen Bundesländer erobern könnten, eine Lösung für die Krise in Ostdeutschland? Und wie kann Angela Merkel ihre  Ausstrahlung verbessern? Jutta Benz als Wahrsagerin weiß Rat, kennt sie doch das Tierkreiszeichen der CDU-Frau: Femme Fatale.
„Verharzt" wird sowieso die gesamte politische und wirtschaftliche Elite: Finanzminister Eichel muss fast die Hosen fallen lassen, der Posten des Bundeskanzlers wird an eine tschechische Hausfrau versteigert, und Horst Köhler wird freundlich aber direkt zum Rücktritt gedrängt. Diagnose: Profilschwund!
Im politischen Schlamm wird sich die Truppe bis zum Jahresende noch einige Male suhlen zu sehen ist die „Schweinedämmerung" im Reichenbacher „Theater in der Traube" immer freitags und samstags (..)
 Kulturscene-Redaktion Feuillieton. Darmstädter Echo vom 23.10.2004
KabaretTiT, Lautertal-Reichenbach Premierenbesprechung
Schweinedämmerung
Wo Wotans Wahnwitz wortgewaltig wütet, wo Wirrsinn wiewohl Wahnvorstellungen wahrhaftig werden und Walhallas Werden wacklig wird, kurz im Theater in der Traube (TiT) haben wir uns am lauen Herbstabend  des 21. Oktober eingefunden, um Zeugen zu werden, wie das bekannte Kabarettensemble vor ausverkauften Haus seine Premiere feierte.
Es war dies die 7. Produktion, die das freie Kabaretttheater seinem geneigten Publikum präsentierte, und die Erfahrung im satirischen und schauspielerischen Metier war der Veranstaltung durchaus  anzumerken. Unter der Regie von Uwe von Grumbkow spielten die ambitonierten und erfahrenen (..) Darsteller Jutta Benz, Hans Frick, Ulrike Mannel, Jürgen Müller und Dieter Wesemann zu darstellerischen Höchstleistungen auf. Am Klavier bestritt Ludwig Hornung, mit an Berliner Kabarett-Bühnen der 30er Jahre gemahnender stimmungsvoller Musik, mal begleitend, mal fordernd den Abend. Das vor dem geistigen Auge entstehende Bild, sollte dann auch nicht enttäuscht werden: Der Abend begann stilecht mit dem Auftritt eines Conferenciers in Frack und Fliege, im blendenden Verfolgerspott vor samtrotem Vorhang. Kleinere Pannen wurden mit schier unendlichen Charme gekonnt überspielt, oder liebevoll in Szene gesetzt. Absolute Highlights des Abends jedoch waren die vom Klavier begleiteten Songs, die es schafften Assoziationen zu Chansons von Kurt Weill aufkommen zu lassen, und uns vom Lautertal der Gegenwart in das Berlin der Kabarett-Hochzeit entführten. Jedoch auch die Themen wurden, hochaktuell, scharfzüngig und flott präsentiert. Die Pointen waren  treffsicher und entwaffnend real. So konnte einem das Lachen schon einmal im Hals stecken bleiben, wenn zum Thema politischer deutscher Schlager, Nenas „Ein bisschen Frieden" zu „Ein bisschen Folter" wurde oder das Angebot des Schönheitschirurgen auch die „Großhirnrinden-Abschabung" beinhaltet. Das Premierenpublikum belohnte die 2-stündige Veranstaltung denn auch mit lang anhaltendem begeisterten Applaus.
 darmstädter kulturnachrichten, Nov. 2004, 24. Jg., S.18
Internet-Zeitung www.marktplatz-bergstrasse.de vom 22.10.2004 -
Reichenbach (mk).
Von wegen sozial und demokratisch. Wir leben im Zeitalter der sozialen Demenz-Kompetenz. Das ist zumindest die Ansicht von Kabarettit.  Mit dieser bösartig überspitzten Nummer und mit Satire pur warteten sie zur Premiere ihres siebten Programmes 21. Oktober im „Theater in der Traube“, in ihrem Stammlokal in Reichenbach auf. Die Seminarteilnehmer haben sich gut vorbereitet: Sozial dement heißt, „sich auf gesunde Weise überhaupt nicht mehr um die Belange des Nächsten, des Umfeldes und der Umwelt zu kümmern“.
Analog diesen Wissens werden die Beispiele von Esser und Ackermann, die dafür, dass sie etwas in den Sand setzen, noch fürstlich  belohnt werden, für Kindergartenkinder in einem Grundlehrgang in „sozial dementer Kompetenz“ als Vorbilder hingestellt. Nun, der „Hartzer“ lebt. Und über dessen Schicksal machen sich die fünf Kabarettisten Jutta Benz, Hans Frick, Ulrike Mannel, Jürgen Müller und Dieter Wesemann die meisten Gedanken, unterstützt von einem ganzen Team an Textern und Pointenschreibern und vom neuen Regisseur Uwe von Grumbkow.
Auf der Bühne müssen es die fünf Protagonisten aber selbst umsetzen, in der besten Tradition des politischen Nummernkabaretts das Publikum stets auf neue zu überraschen, mit stets neuen Wendungen, unglaublichen Ableitungen und nur aufs erste Zuhören völlig verdrehten Schlüssen. Die Rollen sind jedem einzelnen auf den Leib geschrieben. Ulrike Mannel als aufgezogene Hausfrau, die über ihre Freundin mit dem angeblich hoch begabten Kind so herrlich herzieht, Jürgen Müller als Bergsträßer Babbler mit seinen ersten Versuchen in „nordisch Woking“, Dieter Wesemann als Moderator und Schöpfer herrlicher Wortspielereien, Hans Frick als Parodist von Politiker und Kapitalist und Jutta Benz als die Dame, die sowohl eine Astrologin in den neusten Fernsehshows „Schnell-Berater-Runde“ verkörpert wie die Mutter des einfach nicht flügge werdenden Jungen.
Zeitgeisterscheinungen stellt Kabarettit äußerst amüsant wie nicht selten bösartig in Frage - so wie die Erscheinungen der Politik.  Zur Premiere begleitete sie Günter Hornung am „Klavieromat“, mit dessen Hilfe sie die Eindringlichkeit und Nachhaltigkeit ihrer Gesangsstücke herstellen: Mit abgewandelten Texten zum Vormärzlied „Trotz alledem“, mit  dem alten Widerstandslied „Das tut was (nichts) dazu“ und mit einer auf die amerikanische Politik bestimmte Abwandlung des Trällerers „Ein bisschen Frieden“.
 Es gibt einen „Running Gag“ mit dem „Exhi“ Jürgen Müller, großes Welttheater mit Wagneriaden, Thekengespräche und jede Menge  Parodien zu den Fernsehshows unserer Zeit. Kabarettit ist auch im siebten Programm witzig, geistreich, basisdemokratisch, kreativ und konstruktiv, bis auf die Knochen ehrlich und „Trotz alledem“ locker und frisch:  höchst amüsant und zum Reflektieren geeignet.
Wurstfreier Waldorfsalat
Kabarettit - „Schweinedämmerung" überzeugt mit Wortwitz und neuen Ideen
Abgebrüht: Kabarett in der Reichenbacher „Traube". GABRIEL BÄRENZ
REICHENBACH. Wo Dr. Minutes „Krankheits-Reparatur-Schnelldienst" Heilung zum Billigtarif verspricht, Erziehungsberatungen für die Eltern 59-jähriger Studenten angeboten werden und in der  TV-Show „Hartz-Blatt" Instant-Arbeitslosengeld verschenkt wird, da erblickt der nichtsahnende Zuschauer bebenden Herzens am fernen Horizont die Schweinedämmerung. Im politischen Zwielicht „wirken weinselige  Willkommenstränke wie Würgestränge"; weil „Wiederaufbau, Wachstum und Walfang wohlerwogen werden wollen", jagen die wortgewaltigen Komiker von Kabarettit den Zuschauer im Schweinsgalopp durch einen  mehrstündigen Rundumschlag gegen Wohlstandsbürger, wechselwählende Wackelkandidaten und wurstfreien Waldorfsalat. Kein Zweifel: mit der Premiere des Stückes „Schweinedämmerung" am Donnerstag im Reichenbacher Gasthaus „Zur Traube" haben die Comedians um Jürgen Müller ein dickes Ding gelandet.
Kein Blatt vor dem Mund, eine reife schauspielerische Leistung, dazu mit Günter Hornung einen Spitzenmann am Piano - mit dem Stück aus der Feder von Beatrix Mannel ist das Quintett allemal gut  in der siebten Spielzeit angekommen. An Konzeption und Spritzigkeit haben die fünf Spaßmacher von der Neuen Bühne Bensheim nichts eingebüßt, personelle Umstellungen sind spurlos über die Bühne gegangen: mit  Regisseur Uwe von Grumbkow hat die einzige politische Kabarettgruppe in Südhessen den richtigen Mann für die Spielzeit 2004/2005 ins Bot geholt.
Der Spitzklicker-Regisseur weiß, was in seiner Truppe steckt: da gibt Dieter Wesemann den lässigen Hip-Hopper, beherrscht sogar den Sprechgesang  zum Händeklatschen.  Vollblut-Kabarettistin Ulrike Mannel brilliert in ihrer Vorzeigerolle als „Gabi Geishecker“, der simpel gestrickten Klaatschtante, die auf die eigene Brut nichts kommen lässt. Jürgen Müller gibt den südhessischen Einfaltspinsel und verpasst dem Publikum einen bauernschlauen Intensivkurs über den neuen Trendsport, das „Norddisch Walking".
Schweinisch gut in der Einzelleistung, saustark im Ensemble: wenn Müller, Wesemann, Mannel gemeinsam mit Jutta Benz und Hans Frick auf der Bühne stehen, dann bekommt jeder sein Fett weg.  „Trotz alledem", Märzrevolution und Sozialkahlschlag, Wochenarbeitszeit, Wirtschaftshilfe und Wachstum - die Komiker machen in der Reichenbacher Kult-Kneipe vor nichts und niemandem Halt. Dem guten alten Wagner werden die Figuren Wahnfried, Mediagunde und Globalhardt hinzugedichtet, die moralische Dimension des Kampfes um die politische Macht auf eine einfache Formel gebracht: „Ein Schwein wie's andere."
Wie lässt sich die Krise in Ostdeutschland bekämpfen, wäre ein fingierter Krieg gegen Polen, in dem die Polen die neuen Bundesländer erobern könnten, eine Lösung? Und wie kann Angela Merkel ihre Ausstrahlung verbessern? Jutta Benz als Wahrsagerin weiß Rat, kennt sie doch das Tierkreiszeichen der CDU-Frau: Femme Fatale. Bei der Astro-Hotline ist guter Rat nicht teuer. Anrufer Otto, Tierkreiszeichen  Tyrannosaurus Rex, Aszendent „Asylator", nimmt die Ratschläge der Sterndeuterin gerne an: EU-Begrüßungszentren" nicht nur in Nordafrika, auch in Mexiko, aber unter dem Namen „Schi-ly con Carne".
Starkenburger Echo vom 23.10.2004, S.11, Stadt und Kreis
Im Zeitalter der sozialen Demenz
„Kabarettit" ist auch im siebten Programm geistreich, witzig, überraschend und konstruktiv(mk) Von wegen sozial und demokratisch. Wir leben im Zeitalter der sozialen  Demenz-Kompetenz. Das ist zumindest die Ansicht von Kabarettit. Mit dieser bösartig überspitzten Nummer und mit Satire pur warteten sie zur Premiere ihres siebten Programms im „Theater in der Traube", in ihrem  Stammlokal in Reichenbach auf. Die Seminarteilnehmer haben sich gut vorbereitet: Sozial dement heißt, „sich auf gesunde Weise überhaupt nicht mehr um die Belange des Nächsten, des Umfeldes und der Umwelt zu kümmern".
Analog diesen Wissens werden die Beispiele von Esser und Ackermann, die dafür, dass sie etwas in den Sand setzen, noch fürstlich belohnt werden, für Kindergartenkinder m einem Grundlehrgang in „sozial  dementer Kompetenz" als Vorbilder hingestellt. Nun, der „Hartzer" lebt. Und über dessen Schicksal machen sich die fünf Kabarettisten Jutta Benz, Hans Frick, Ulrike Mannel, Jürgen Muller und Dieter Wesemann  die meisten Gedanken, unterstützt von einem ganzen Team an Textern und Pointenschreibern und vom neuen Regisseur Uwe von Grumbkow
Auf der Bühne müssen es die fünf Protagonisten aber selbst umsetzen, in der besten Tradition des politischen Nummernkabaretts das Publikum stets auf neue zu überraschen, mit stets neuen Wendungen,  unglaublichen Ableitungen und nur aufs erste Zuhören völlig verdrehten Schlüssen. Die Rollen sind jedem einzelnen auf den Leib geschrieben. Ulrike Mannel als aufgezogene Hausfrau, die über ihre Freundin mit dem  angeblich hoch begabten Kind so herrlich herzieht, Jürgen Muller als Bergsträßer Babbler mit seinen ersten Versuchen in „nordisch Woking", Dieter Wesemann als Moderator und Schöpfer herrlicher Wortspielereien,  Hans Frick als Parodist von Politiker und Kapitalist und Jutta Benz als die Dame, die sowohl eine Astrologin in den neusten Fernsehshows „Schnell-Berater-Runde" verkörpert wie die Mutter des einfach nicht flügge werdenden Jungen.Zeitgeisterscheinungen stellt Kabarettit äußerst amüsant wie nicht selten bösartig in Frage - so wie die Erscheinungen der Politik. Zur Premiere begleitete sie Günter Hornung am „Klavieromat", mit  dessen Hilfe sie die Eindringlichkeit und Nachhaltigkeit ihrer Gesangsstücke herstellen. Mit abgewandelten Texten zum Vormärz-Lied „Trotz alledem", mit dem alten Widerstandslied „Das tut was (nichts) dazu"  und mit einer auf die amerikanische Politik bestimmte Abwandlung des Trällerers „Ein bisschen Frieden".
Es gibt einen „Running Gag" mit dem „Exhi" Jürgen Muller, großes Welttheater mit Wagnerladen, Thekengespräche und jede Menge Parodien zu den Fernsehshows unserer Zeit. Kabarettit ist auch im siebten Programm witzig, geistreich, basisdemokratisch, kreativ und konstruktiv, bis auf die Knochen ehrlich und „Trotz alledem" locker und frisch' höchst amüsant und zum Reflektieren geeignet.
Weinheimer Nachrichten/ Odenwälder Zeitung, Nr. 247, vom 23.10.2004, S. 13 OZ,

 

 

 

 

 

 

 

[Die neueste Schweinerei] [Die Schweinepriester] [Der Koben] [Das weiß doch kein Schwein mehr] [Laderampe] [Kontakt] [Impressum]
[1999 Schlachtfest] [1999 Sparprogramm] [2000 Kampfschweineverordnung] [2001 Die Schweineflüsterer] [2002 Krieg der Schweine] [2003 GSSS] [2004 Schweinedämmerung] [2005 Hausschlachtung] [2006 Zu Gast bei Schweinen] [2007 Notschlachtung] [2008 Kleines Schwein was nun?] [2009 Krisenschweinerei - Riesenschweinerei] [2010 Schwein gehabt!]

 

 

Dr. Quick - Schnitt- Fitt: Machen Sie mal den Mund auf!

 

Das Hochschulseminar für “Soziale Demenz Kompetenz” ( Ulricke Mannel und Jürgen Müller )

 

Na Mediagunde? Die Nibelungensaga in 10 Minuten:
Frei nach Wagner! ( Jürgen Müller und Jutta Benz )

 

Dr. Globalhardt alias Hans Frick

 

Na, was sieht da Dr. Quick-Schnitt-Fitt! Ds Haben wir gleich! Mit oder ohne Gesundheitsreformknebel?
( Jürgen Müller und Dieter Wesemann )

 

Song: “Einen kleinen Hartzer, der krabbelt noch, Schwups, jetzt ist er weg, die Erde hat ein Loch!
Mist, Pst,Pst, so ein Mist, dass der Harzte in das Loch gefallen ist.”

 

Gesundheitsreform: “Örtliche Betäubung 50,99 Euro, oder möchten sie lieber den Gesundheitsreform-Knebel zu 3 Euro?” ( Dieter Wesemann )

 

Struck, Schröder und Clement: Noch ist die Wahl nicht verloren. “ Fluten alles Fluten” ( Dieter Wesmann, Jürgen Müller und Hans Frick )

 

Die neue TV-Show: HartzPlatt

 

Jutta Benz in der TV-Astro-Show
 

 

Trotz Formular und alledem, wir stehen immer noch bequem?!

 

3-2-1 MEINS: Der Ring der Macht